Cruisen und segeln

Beim Beschleunigen ist von dem Gewicht kaum etwas zu spüren. 250 Newtonmeter bringt der Motor, übersetzt mit 9,7 zu 1. Problemlos kommt der i3 auf dem Beschleu­nigungs­streifen auf Touren und ich kann mich im lebhaften Münchener Verkehr ohne Schwierig­keiten einordnen. Die Spritzig­keit überrascht mich, fahre ich doch im leistungs­schwächeren „EcoPro“-Modus. 120 Stunden­kilometer auf der mittleren Spur: Der Luft­wider­stand fordert seinen Tribut, treibt den Cursor nach rechts und die Reich­weiten­anzeige verringert sich zusehends.

Vor mir schert ein Laster auf meine Spur, bremsen? Der rück­wärtige Verkehr erlaubt das Gegenteil, ich trete das Gas durch und der Wagen beschleunigt deutlich, ich kann problemlos auf die linke Spur wechseln – kurz darauf zeigt der Tacho 150 und in Null­komma­nichts bin ich an dem Lastzug vorbei, ohne schnellere Benziner aufzuhalten. Ich ziehe nach rechts und gehe leicht vom Strom. Der Cursor steht jetzt in der Mitte, wir „segeln“ und ziehen keine Energie, bis die ursprüngliche Reise­geschwin­digkeit wieder erreicht ist. Mit einem Fahr­zeug­quer­schnitt von 2,38 Quadrat­metern und einem cw-Wert von 0,30 ist der i3 natürlich nicht für die Autobahn optimiert und das Navi schlägt auch konsequent Alter­nativ­routen über Land­straßen vor.

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Home Sweet Home – der i3 mit einem Bruder an der Ladestation am BMW-Werk 1, unweit des BMW-Hochhauses. (Bild: dre)

Nach rund sechzig Kilometern komme ich an meinem Etappen­ziel an, rangieren und einparken gehen mühelos dank dem enorm fein­fühligen „Gaspedal“, dem geringen Wende­kreis, den Park­sensoren und der Rückfahr­kamera, deren Bild und computer­generiertem Fahrweg im großen Display auftaucht (Zusatzausstattung: Parkassistenzpaket).

Die hinteren Türen öffnen sich nur, wenn die Insassen der Vorder­sitze sich abschnallen und ihrerseits die Türen öffnen – gewöhnungs­bedürftig, aber eigentlich problemlos. Der Vorteil der sich gegen die Fahrt­richtung öffnenden Fond­türen: das Ein- und Aussteigen ist leichter, auch das Instal­lieren von Kinder­sitzen. Die Isofix-Halterungen liegen praktisch hinter Klappen und die Sitze rasten gleich beim ersten Versuch ein. Frag­würdig sind da eher die riesig anmutenden Vertie­fungen als Becher­halter zwischen den beiden Rück­sitzen. Oder gibt’s da eine Abdeckung?

Der i3 besteht jedenfalls den Familien­test, das Pizza­holen im Nachbar­ort gerät zum Erlebnis­ausflug. Und der i3 büßt auch bei Voll­besetzung nichts von seiner Spritzig­keit auf hügeligen Land­straßen ein.

Zurück am Übernachtungs­ort schnell an die Garten­steckdose gestöpselt beginnt das Aufladen. Die App auf dem Smart­phone bestätigt sogleich, dass das Fahrzeug am nächsten Morgen wieder mit den vollen knapp neunzehn Kilowatt­stunden zur Verfügung steht.

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