Plug & play

So ist es dann auch. Nach der neuerlichen Autobahn­fahrt nach München ist der Akku zwar noch halb voll, ich will jedoch die Lademöglichkeiten der Metropole testen. Das Navi lotst mich zu den Ladestationen, angefangen beim BMW-Hochhaus. Hier ist jedoch bereits ein anderer i3 schneller gewesen, die einzige Ladebuchse ist belegt. Ein paar Straßen weiter ist eine Station mit zwei Buchsen, hier ist bereits ein BMW Active-E zugange, Mitglied einer Proto­typen­serie, basierend auf dem 1er Coupé. Da ich keine Charge Card für die General-Electric-Säule habe, fahre ich wieder ein paar Straßen weiter zur BMW-Nieder­lassung. Hier stehen an den beiden Säulen ein halbes Dutzend i3 Spalier, ein Mitarbeiter räumt sogleich den Platz an der Gleich­strom-Säule, die mein Fahrzeug innerhalb einer knappen Viertel­stunde wieder auf 80% auflädt, mehr als genug für die Reststrecke zur Fahrzeug­rückgabe.

Fazit: Das Fahrerlebnis lässt quasi keine Wünsche offen, die Zahl der öffent­lichen Lade­stationen kann sich bereits sehen lassen und für den i3 als solchen könnte fast schon das „plug & play“-Prinzip gelten.

Freilich hat dies zunächst seinen Preis: Knapp 35.000 Euro kostet das Fahrzeug in der Basis­version – quasi identisch mit dem e-Golf. Der Range Extender kostet extra und treibt den Preis in die Ampera-Region, ist aber unter Umständen verzichtbar – in unserem Test war er nur zusätzlicher Ballast, der die Reichweite im Fünf- bis Zehn-Prozent-Bereich reduziert hat. Der i3 spielt seine Stärken klar im Pendel- und/oder Stadt­verkehr aus, wo die elektrische Reich­weite von mehr als 130 Kilometern für die täglichen Fahr­profile völlig ausreicht.

Als Familien­auto taugt er jedoch nur bedingt: Der Koffer­raum reicht für den Urlaub einer vier­köpfigen Familie nicht aus, die Reichweite ebenfalls nicht – was aber auch kaum so vorgesehen war. Um das Fahrzeug aber auch für solche Käufer als ernsthafte Option aufzubringen, bietet BMW unter dem Dach seiner „360° electric“-Angebote eine Ausweich­möglich­keit auf konven­tionelle Fahrzeuge für solche Zwecke. Langfristig denkt BMW aber über weitere Modelle zwischen dem i3 und dem i8 nach, die diese Lücke dann schließen dürften.

i3-Sportback-Kofferraeume_EV
Im Vergleich mit einem Audi A3 Sportback (hier der Benziner, nicht der Hybrid) fehlt dem i3 einiges an Koffer­raum. Die Fondsitze lassen sich beim i3 hälftig umlegen und sorgen so für eine gewisse Flexi­bilität. (Bild: dre)

Ob man die Einschränkungen beim i3 deshalb jetzt bereits in Kauf nehmen möchte – so sie für den Interessenten welche sind –, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf der pro-Seite steht jedenfalls die geringen Kilo­meter­kosten, die teilweise deutlich unter fünfzig Prozent von denen eines Benziners liegen. BMW unterstützt auch die Suche nach einem Ökostrom­anbieter, damit die CO2-Nadel tatsächlich bei Null bleibt. 559 Zulassungen verzeichnete das Kraftfahrtbundesamt 2013, in Leipzig kommen zurzeit täglich hundert Autos aus dem Werk, viele mit Ziel USA, Japan, oder China, wo die Einführung des i3 im Herbst bevorsteht.

Wie schneidet der i3 im Vergleich mit anderen Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen ab? Das sollen die folgenden Erfahrungs­berichte zeigen.

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