Ampera – bereit für die Langstrecke

Geplante Besuche im Raum Erlangen-Nürnberg bieten einen willkommenen Anlass, mit dem Ampera eine längere Autobahnstrecke zurückzulegen. Der Einsatz des Range Extenders würde zwar die unterbrechungsfreie Fahrt ermöglichen, wir wollen aber die Möglichkeiten sondieren, ein Elektrofahrzeug entlang der rund 250 Kilometer langen Strecke zu laden.

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Auf der Autobahn erlaubt der Range Extender komfortables Fahren, auch bei 150 km/h. (Bild: dre)

Rein elektrisch geht es im Rhein-Neckar-Dreieck los – und gleich mit Stop-and-Go auf der Autobahn. Auch dies erledigt ein Elektro­fahrzeug gefühlt entspannter als ein Benziner, denn dies verbrät nur Zeit, aber keinen Kraft­stoff. Geht der Fahrer vom Gaspedal, lädt dies als Motor­bremse gleich wieder die Batterien auf. Ist der Verkehrs­fluss zu unregelmäßig, lässt sich der Schalthebel des Ampera von „D“ auf „L“ umstellen, was ihn auf Langsam­fahrten optimiert und die Motor­brems­wirkung verstärkt. Somit kann das Bremspedal fast völlig ungenutzt bleiben.

Bald darauf geht es weiter und wir schwimmen auf der dreispurigen A6 auf der mittleren Spur mit dem Verkehr mit. Der Tempomat sorgt für einen energie­optimierten Betrieb, über die Plus- und Minus-Tasten am Lenkrad lässt sich die Geschwin­digkeit schnell an den Vordermann anpassen, ohne den Tempomat anderweitig neu einstellen zu müssen. Der Vorteil: Auch bei Sicherheits­abständen von einigen Dutzend Metern reduziert sich der Energie­verbrauch im Wind­schatten um eine Handvoll Kilowatt.

Die Durchzugskraft des Elektromotors macht sich bemerkbar, wenn nach einem Abbremsen wegen eines langsamer überholenden Fahrzeugs wieder die „resume“-Taste gedrückt wird. Sind weitere Fahrzeuge voraus, die dann wieder Geschwindigkeit aufnehmen, gelingt ihnen das oft nicht in der selben Zeit und der Tritt auf die Bremse oder spätestens der automatische Kollisionsalarm bricht den „Resume“ ab.

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Die Marktplatz-Idylle in Feuchtwangen hat für E-Fahrer auch Schatten­seiten: Die Ladesäule ist suboptimal vor einem Behinderten­parkplatz postiert; ist der erste reguläre und nicht für Stromer reservierte Stell­platz besetzt, hilft nur ein langes Ladekabel. (Bild: dre)

Rein elektrisch kommen wir rund fünfzig Kilometer weit, könnten also emissionsfrei zu einem Bundesligaspiel in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena fahren und während der Veran­staltung das Fahrzeug an der Ladesäule auf dem Parkplatz 11 wieder aufladen. Wir lassen diesen Stopp jedoch aus und auch die Super­charger-Station in Bad Rappenau, die alleine den Teslas vorbehalten ist.

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Das Multifunktionsdisplay zeigt nach beendeter Fahrt die genauen Verbrauchswerte an: Für die zügig zurückgelegten 280 Kilometer samt Umwegen hat der Ampera 14 Liter Super-E10 verbraucht und 10,6 kWh Batteriestrom. (Bild: dre)

Die Batterie links von der Geschwin­digkeits­anzeige geht auf Null, schaltet sich der Range Extender kaum hörbar ein, ein für die Belange des Ampera optimierter 1,4-Liter-Motor des Opel Corsa. Da er nur der Strom­erzeugung dient und nicht auf die Antriebs­achse wirkt, ändert sich das Fahrverhalten überhaupt nicht.

Damit erreichen wir die erste Ladestation, die uns verschiedene Webseiten bzw. Smartphone-Apps hinter Heilbronn anzeigen: die Avia-Tankstelle Neuenstein, die über eine 16-Ampere-Ladesäule der RWE verfügt und laut Tank­stellen­leiter pro Woche eine Handvoll Mal genutzt wird. Per SMS wären wir in der Lage, den Ladevorgang zu starten, wir fahren jedoch mit dem Generator weiter.

Kurz vor dem Kreuz Feuchtwangen-Crailsheim von A6 und A7 passieren wir eine weitere Supercharger-Station, Satteldorf, direkt an der Autobahn. Wieder ist hier für uns außer einem Foto nichts zu holen und wir fahren einige Kilometer über Land nach Feucht­wangen. Hier haben die örtlichen Stadtwerke am Marktplatz eine Säule errichtet, die sich per RFID-Chip – erhältlich im Tourismus-Büro – oder per Handy-Anruf aktivieren lässt.

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Ziel erreicht: Die Siemens-Ladestation der Erlanger Stadtwerke am Rathaus. Je drei Typ-2- (11 kW) und Schuko-Steckplätze liefern Strom gegen Kleingeld – manchmal aber leider mit Aussetzern. (Bild: dre)

Somit wären wir prinzipiell mit einem der mittlerweile erhältlichen Elektro­fahrzeug ohne Range Extender in der Lage gewesen, die Strecke zurückzu­legen – wenn auch mit etwa einem halbstün­digen Ladestopp. Mit unserem Hybriden konnten wir dagegen quasi non-stop fahren und haben für die zügig zurückgelegten 280 Kilometer samt Umwegen 14 Liter Super-E10 verbraucht und 10,6 kWh Batteriestrom.

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