Ampera – die Bergprüfung

Angenommen: Sie sind Physiker oder Astronom, arbeiten an einem der Heidel­berger Max-Planck-Institute für Kern­physik bzw. Astronomie oder an der rund 560 Meter hoch gelegenen Landes­stern­warte König­stuhl und wohnen in Mannheim. Zwar gibt es mit S-Bahn, Straßen­bahn, Bus und Bergbahn die Möglich­keit, öffent­liche Verkehrs­mittel zu nutzen, Sie wählen aber den Pkw. Wie verläuft diese Fahrt mit dem Ampera?

Der Plug-in-Hybrid ist morgens voll geladen. Das Hand­buch empfiehlt, etwa zwanzig Minuten vor der Berg­fahrt bereits den Gebirgs-Modus zu aktivieren. Er hat prinzi­piell die gleichen Fahr­leis­tungen wie der Normal-Modus, schaltet aber beim Sinken der Batterie­ladung auf einen bestimm­ten Stand – nicht ganz die Hälfte – den Benzin­motor zu. Damit stellt das Fahrzeug sicher, bei starken Lasten sowohl auf den vom Range Extender betrie­benen Generator- als auch auf Batterie­strom gleich­zeitig zurück­greifen zu können.

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Auch die Bergbahnen bringen von der Heidel­berger Altstadt am Neckar­ufer aus die Besucher elektrisch auf den König­stuhl zum Märchen­paradies, der Greif­vogel­schau oder der Stern­warte. (Bild: dre)

Nach knapp zehn Minuten Autobahn und der Fahrt durch Heidelberg-Bergheim, vorbei am Bismarck-Platz und durch den Gaisberg-Tunnel geht es den Schloss­berg hinauf. Etwa 450 Höhen­meter liegen vor uns mit zehn Prozent Steigung oder mehr. Der Stromer nimmt den ersten Anstieg ohne Mühe, auch die enge Rechts-Spitzkehre der Klingen­teich­straße ist mit dem Wende­kreis des Ampera kein Problem. Schon bald passieren wir die Umsteige­station der unteren, neuen, zur oberen, alten Bergbahn. Es folgen die beiden Geraden des Gaiberger Wegs, dann der Abzweig auf den Kohlhöferweg.

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Auswertung der Bergfahrt – wegen des gewählten Gebirgs­modus schaltete sich kurz vor dem Ziel der Range Extender zu. (Bild: dre)

Ein Benziner er­reicht bei ambi­tio­nier­ter Be­schleu­nigung auf den gut 600 Metern bis zur Kehre in den Chaisen­weg ein beacht­liches Tempo. Weil uns im ge­wähl­ten Gebirgs­modus des Ampera aber nicht die „Sport“-Power zur Verfü­gung steht, kommen wir zwar auf weniger, fühlen uns da­durch aber kei­nes­wegs beein­träch­tigt. Aller­dings haben wir nach 25 Kilometern Stadt-, Autobahn- und Bergfahrt das Batterie-Limit erreicht und der Range Extender schaltet sich auf den letzten 1,5 Kilo­metern der Strecke zu.

Somit ist klar, dass die Taktik in diesem Fall nicht die richtige war: Der Normal-Modus für die Ebene und der Sport-Modus für den überschau­baren Anstieg hätten uns rein elektrisch zum Gipfel gebracht. Und die folgende Tal­fahrt die Batte­rie auf einen höheren Stand auf­ge­laden, als die Rück­fahrt benötigt.

Bei Fahrten im Hochgebirge ist daher auch zu beachten, den Wagen bei Aufent­halten in der Höhe – Über­nach­tungen in einer Berg­hütte etwa – nicht oder nur teil­weise zu laden. Postings in Fahrer-Foren wie meinampera.de oder dem opel-ampera-forum.de berichten von Fällen, wo aufgrund der gefüllten Akkus kein weiterer Strom mehr geladen werden konnte, somit die Rekupe­ration als „Motor­bremse“ nicht mehr zur Ver­fügung stand und das rein mecha­nische Bremsen viel Arbeit am Pedal erforderte.

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Auf Höhe des berühmten Heidelberger Schlosses hatte die Talfahrt die Batte­rien schon wieder merklich aufgeladen. (Bild: dre)

Für die Mittelgebirge hat der Ampera also seine Tauglich­keit bewiesen und wir würden uns ohne zu Zögern auch an die Alpen wagen – in künf­tigen Test­fahrten viel­leicht.

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