Ampera – ein Hybrid für alle Gelegenheiten

Für einen „puristischen Elektronauten“ mag zwar ein Hybrid jedweder Art nichts Halbes und nichts Ganzes sein – besten­falls eine Brücken­techno­logie. Der Ampera ist seines Zeichens jedoch ein serieller Plug-in-Hybrid, genauer: ein Extended Range Electric Vehicle EREV. Dem Besitzer steht also die Fahr­kultur eines Elektro­mobils zur Verfügung, plus die Langstrecken-Reserve in Form eines Benzin­motors, der den Gene­rator für den Elektro­antrieb bedient.

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Die große Heckklappe erleichtert das Beladen – in niedrigen Park­häusern oder Garagen ist jedoch Vorsicht geboten. (Bild: dre)

Tatsächlich dürfte ein Autofahrer, der seinen Wagen nicht für mittlere und längere Dienst- sondern nur für Privat- oder Pendel­fahrten von viel­leicht sechzig Kilo­meter täglich unter­wegs ist, fast zu 100 % elek­trisch unter­wegs sein. In unserem Test blieben nach 45 Kilometer Pendel­strecke abends noch genug Kilo­watt­stunden für Abhol­dienste auf dem Sport­platz etc., bis der Ampera an die heimi­sche Steck­dose durfte. An langen Wochen­enden, wo nur kurze Fahrten anstanden, oder bei rein inner­städti­scher Nutzung, hing der Wagen tage­lang überhaupt nicht an der Leitung.

Überhaupt erwies sich der Ampera bei unseren Ein­sätzen als Fahr­zeug für alle Gelegen­heiten: Der Vier­sitzer verfügt über einen erstaun­lich großen Kofferraum, der sich durch Umlegen der beiden Rück­sitze und Ent­fernen der hinteren Arm­lehne noch ver­größern lässt. So sind nicht nur Getränke­einkäufe kein Problem, auch Abstecher zum Möbel­haus sind drin, bis hin zu Urlauben mit vier Personen – letzteres natürlich Dank des Range Extenders.

Somit erlegt das Ampera-Hybrid-Konzept dem Halter keine nennenswerten Ein­schrän­kungen auf, im Gegen­teil: Ihm steht ein Elektro­fahrzeug zur Ver­fügung, das auch bei Auto­bahn­fahrten die wenigen bis jetzt vor­han­denen Lade­säulen links liegen lassen kann.

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Ob Getränkekisten, Gepäck für vier Personen oder Möbelkartons: dank der großen Klappe und dem unerwartet geräu­migen Koffer­raum kriegen Sie mehr unter, als zu erwarten ist. Statt einer festen Hut­ablage hat der Ampera eine elas­tische schwarze Abdeckung, die an den Ecken des Koffer­raums an vier Haken eingespannt wird. Sie ist hier jeweils abgenommen. (Bild: dre)

Leider kamen die Vorzüge dieses Fahr­zeugs nicht in aus­rei­chen­dem Maße bei den Auto­käufern an. Obwohl es 2012 die Trophäe als Auto des Jahres bekam, blieb es auf deut­schen Straßen ein seltener Anblick. Im Laufe des Jahres gaben die Verkaufs­zahlen stark nach und Opel-Chef Karl-Thomas Neumann gab das Aus­laufen des Ampera bekannt. Sein Fazit: „Wir sehen Elek­tro­mobi­lität als einen wich­tigen Teil der Mobi­lität und werden weiter daran arbeiten, die Kosten zu senken und Elektro­autos erschwing­licher zu machen. Der Ampera hat unserem Image einen techno­logischen Schub gegeben. Der Wagen wurde schnell zum Bench­mark für neue E-Autos, die auf den Markt kamen – auch für die von deut­schen Premium­marken. Der Ampera ist nach wie vor ein fantas­tisches Auto – absolut auf der Höhe der Zeit.“

Unseren Erfahrungen nach können wir letzterem in hohem Maße zustimmen. Auch rund drei Jahre nachdem die ersten Serien­exemplare bei General Motors in Detroit vom Band liefen, ist der Ampera eine Option, die ein Neu- oder Gebraucht­wagen­käufer mit Interesse an einem Elektrofahrzeug prüfen sollte. Die Preis­entwick­lung bei den Gebrauch­ten oder mög­liche Nach­lässe auf Neuwagen wollte Opel nicht prognos­tizieren, sie könnte auch von Händler zu Händler variieren. Einen Nach­folger benennt Opel derzeit noch nicht, die Modell-Offen­sive, innerhalb derer 27 neue Modelle bis 2018 auf den Markt kommen sollen, ent­halte mit Sicher­heit aber auch wieder ein Elektro­fahrzeug. Ich bin gespannt!

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