Aug’ in Aug’ mit der Elek­tro­mobi­lität

Die Weiterentwicklung der Elektro­mobilität birgt große wirtschaftliche, umweltpolitische und gesellschaftliche Chancen und scheint ein zukunftsweisendes Thema für die deutsche Industrie zu sein. Experten vermuten: Die zukünftige Wettbewerbs­fähigkeit der deutschen Automobilindustrie hängt ganz wesentlich von ihren Erfolgen auf den Elektro­mobilitäts­märkten der Welt ab. „Wie beurteilt aber der Verbraucher die Nutzung von Elektrofahrzeugen? Verbinden Autofahrer mit E-Fahrzeuge Fahrspaß oder Ökodiktat? Lifestyle oder Spießertum? Und vor allem sind sich die Fahrzeugnutzer dieser Welt in Ihrer Einschätzung einig? Deutsche Fahrzeug­hersteller agieren auf globalen Märkten, da bringt der aufgeklärte und nachhal­tigkeits­orientierte Deutsche nicht alleine die gewünschte Nachfrage“, erklärt einer der Studien-Initiatoren, Marc Kuhn.

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Gutes/r Karma – der Proband ist von den Fahreigenschaften des 400-PS-Sportwagens sehr angetan. Die zuvor auf ihn kalibrierte Eye-Tracking-Brille erfasst auf der vorgegebenen Strecke seine Augenbewegungen. (Bild: dre)

Studierende der Dualen Hochschule Stuttgart untersuchen diese Frage in einer weltweit bislang einzigartigen Studie zusammen mit dem Zentrum für empirische Forschung, ZEF. Im Rahmen einer „User Experience“-Untersuchung werden deutsche, amerikanische und chinesische Fahrer eingeladen unterschiedliche Elektrofahrzeuge aktiv zu testen. Im Rahmen von Eye-Tracking-Analysen und Befragungen wird deren Nutzerverhalten und Wahrnehmung bei den Fahrzeugtests untersucht. Die Studierenden wollen dabei herausfinden, ob Personen aus unterschiedlichen Kulturen die Nutzung der Elektromobilität unterschiedlich beurteilen und daraus wertvolle Erkenntnisse für die großen Automobilhersteller ableiten. Dafür haben Autohäuser rund um Stuttgart Fahrzeuge unterschiedlicher Klassen zur Verfügung gestellt: Im Mittelpunkt stehen zwei E-Smarts, der i3 von BMW, sowie ein Karma der schweizer Edelschmiede Fisker.

Um die User Experience zu erfassen, fahren je zwanzig bis dreißig Probanden aus Deutschland, Amerika und China eines oder mehrere der Fahrzeuge auf einer vorgegebenen Strecke in der Stuttgarter Innenstadt. Eine daran anschließende Befragung sowie das Eye-Tracking mit Tobii Glasses machen den Vorgang messbar.

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Stellen die Studie der DHBW Stuttgart vor: die Professoren Harald Mandel, Marc Kuhn, Rektor Joachim Weber und Dekan Bernd Müllerschön (Bild: dre)

Vor und nach dem Fahrerlebnis wenden die Studenten die Methode der Associative Group Analysis an. Die Probanden geben dabei ihre Assoziationen zu vorgegebenen Leistungsdimensionen in Bezug auf E-Fahrzeuge wieder, etwa Komfort, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Fahrspaß. Somit können die Forscher auch ermitteln, ob das Fahrerlebnis Relevanz für eine Kaufentscheidung hat.

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