Karma: Wie ein Tiger im Käfig

In der weltweit ersten Vergleichsstudie User Experience Elektromobilität: Deutschland – USA – China hatten mehr als 150 deutsche, ameri­kanische und chine­sische Fahrer im Rahmen einer „User Experience“-Unter­suchung Elektro­fahrzeuge von zwei Herstellern getestet. Auf einer festgelegten Strecke im Stadtgebiet von Stuttgart durften die Fahrer erstmals zwei E-Smarts, einen i3 von BMW oder einen Karma der schweizerischen Edelschmiede Fisker bewegen. Das Nutzerverhalten und die Wahrnehmung bei den Fahrzeugtests wurde mit aufwändigen Eye-Tracking-Analysen und Befragungen vor und nach der Testfahrt untersucht.

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Gutes/r Karma – der Proband ist von den Fahr­eigen­schaften des 400-PS-Sport­wagens sehr angetan. Die zuvor auf ihn kali­brierte Eye-Tracking-Brille erfasst auf der vorge­ge­benen Strecke seine Augen­bewe­gungen. (Bild: dre)

Bei einer der Testfahrten nahm ich im Fond des Fisker Karma Platz. Wobei „Platz“ bei der Rückbank eines Sportwagens natürlich relativ ist. Und beim Karma sowieso, da die Akkus für den rein elektrischen Betrieb in einem mächtigen Mitteltunnel untergebracht sind, was Fahrer- und Beifahrerseite stärker trennt als von herkömmlichen Fahrzeugen gewöhnt.

Immerhin bringen die Akkus den Karma bis zu achtzig Kilometer weit, bevor der Range Extender einspringt, um die beiden ja rund 150 kW starken Elektromotoren zu versorgen.

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Plug-in: 20 kWh können die im Mittel­tunnel unter­gebrachten Lithium-Ionen-Akkus spei­chern, die eine rein elek­trische Reich­weite von bis zu 80 km ermöglichen. (Bild: dre)

So gesehen ist der Karma ein Elektroauto wie der Opel Ampera, während der BMW i8 auf parallele Hybrid-Technik setzt. Im Stadtverkehr kann der Fisker natürlich seine Fahrkultur und seine 400 PS nicht ausspielen – wie ein Tiger im Käfig. Trotzdem zeigte sich der Proband von den Fahreigenschaften sehr angetan.

Insgesamt besetzt der Karma aber natürlich nur eine äußerst kleine Nische, vielleicht solche Käufer, die statt des Teslas lieber auf ein europäisches Fabrikat und – für den Kaufpreis von deutlich über 100.000 Euro – hochwertigeres Interieur Wert legen. Auf der Straße dürfte er also leider ein Exot bleiben.

 

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