Model S: Rennwagen in zivil

Klar: dem Tesla eilt sein Ruf voraus. Elon Musk hat mit seinem Unternehmen die Kfz-Branche gefühlt genau so aufgemischt, wie eins Steve Jobs die Computerwelt bei seiner Rückkehr zu Apple. Es war auch das erste Elektrofahrzeug, das ich auf deutschen Straßen zu Gesicht bekam. Somit war klar, dass ich mir eine Testfahrt am Fraunhofer-LBF nicht entgehen lassen wollte.

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Das Tesla-Cockpit. Neben dem Touchscreen gibt’s auch ein Lenkrad. (Bild: dre)

Womit ich natürlich nicht alleine war. Der Wagen war also mit drei sich abwechselnden Piloten und einem Fraunhofer-Copiloten besetzt. Zunächst im Fond zum ersten Mal auf die etwa drei Kilometer lange „Teststrecke“ aus 30er-Zone, Landstraße und Stadtverkehr.

Das Platzangebot ist ganz okay für einen Super-Tourer, das Interieur unseres Fahrzeugs ist ein wenig enttäuschend konservativ und macht keinen so hochwertigen Eindruck, wie es ein Wagen dieser Preisklasse vielleicht erwarten lässt.

Auch der Touchscreen ist gewöhnungsbedürftig: er ist so riesig, dass sich so manches Tablet dagegen wie ein Smartphone ausnimmt. Meist wird der Bildschirm daher auch in der Höhe gesplittet, die beiden Hälften haben dann etwa die Größe wie im BMW i3.

Schließlich sitze ich am Steuer, nach dem Verlassen des Wohngebiets und dem Erreichen der Landstraße weist mich unser Copilot nach einem Blick in den Rückspiegel an, zu halten. Und dann einen „Alarm-Start“ hinzulegen. Was dann folgt ist schier unglaublich. Gefühlt zündet der Tesla einen Nachbrenner. Das Erlebnis währt aber vielleicht gerade einmal drei Sekunden, denn schon muss ich vor der 70er-Zone in die Eisen steigen. Viel mehr ist von der Fahrt nicht mehr zu sagen, der Rest verlief fast wie in Trance.

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Schick ist noch untertrieben: ein Model S in den Straßen von San Francisco (Bild: dre)

Kein Wunder also, dass es ab nächstem Jahr eine Rennserie gibt, die die Teslas vorerst unter sich ausmachen, die Electric GT, die kürzlich dem europäischen Publikum auf Ibiza vorgestellt wurde. Zehn Teams kämpfen um die Meisterschaft auf zahlreichen Traditions-Rennstrecken der Welt, darunter Barcelona, Estoril oder der Nürburgring.

Termine stehen noch nicht fest, dafür die ersten Fahrerinnen und Fahrer. Gallionsfigur ist sicherlich Leilani Münter. Die in Minnesota geborene US-Amerikanerin, Tochter eines deutschen Vaters und einer hawaiianischen Mutter, hat einen Abschluss in Biologie von der University of California, San Diego, wechselte aber dann zum Rennsport und war daneben Stunt-Double für Catherine Zeta-Jones.

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Model S P85+ sind die ersten Renner der Electric-GT-Serie, dien 2017 startet. (Bild: EGTH)

Sie engagiert sich seit Jahren für Umweltschutz, lebt vegan und wurde als #1 Öko-Athletin des Jahres ausgezeichnet. In Europa ist sie noch eher unbekannt, was sich aber sicherlich nächstes Jahr ändern dürfte, wenn sie mit der eGT auf Tour geht.

Die Electric GT Holding hofft, bald auch andere Elektro-Sportwagen in der Serie begrüßen zu können, wie Mercedes­-Benz, Aston Martin, Porsche oder Audi. Aber hier wird es sein, wie auf der Straße auch: Tesla ist der Konkurrenz zunächst einmal meilenweit voraus.

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