Deutsche Hersteller patzen

In einem bis zum letzten Meter packenden zweiten Rennen der fünften Formel-E-Saison fiel die Entscheidung in Marrakesch zugunsten von Jérôme d’Ambrosio (Mahindra) nach einer späten Safety-Car-Phase in einem Ein-Runden-Sprint. Im Foto­finish überquerten die ersten sieben Autos die Ziel­linie inner­halb von 1,633 Sekunden – und das zum Teil neben­einander.

Schon der Start verlief chaotisch: Champion Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) griff gleich in der ersten Kurve von Start­platz 2 kommend den führenden Sam Bird (Envision Virgin) an, es kam zur Kollision, „JEV“ drehte sich und musste das gesamte Feld passieren lassen. Auch im Mittel­feld kam es zu Berüh­rungen, Formel-E-Neuling Pascal Wehrlein (Mahindra), der sich einen Platz vor Teamkollege Jérôme d’Ambrosio qualifi­zieren konnte musste in der Folge seinen rot-weißen Renner abstellen.

Der weitere Rennverlauf gehörte ganz den weiß-blauen BMW-Andrettis und lange Zeit sah es nach einem sicheren Doppelsieg aus mit Saudi-Arabien-Sieger António Félix da Costa in Führung. Doch Rookie Alexander Sims kam immer näher und setzte wenige Runden vor der Ziel­flagge zum Überholen an. Beide ver­bremsten sich, da Costa rutschte auf der Innenbahn in die Reifen­stapel und musste aufgeben, Sims konnte aus­weichen und reihte sich als Vierter wieder ins Rennen ein. Das Safety Car führte anschließend das Feld wieder zusammen. Als das Rennen noch einmal für eine Runde freige­geben wurde, behielt der Belgier D’Ambrosio die Führung und setzte sich nach dem 3. Platz im ersten Rennen an die Spitze der Tabelle.

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Lucas di Grassi im Schatten des Atlas-Gebirges: Die baugleichen Audi e-tron FE05 des Kundenteams Envision Virgin sind nicht einzuholen (Quelle: Audi Motorsport / Malte Christians)

BMW-i-Andretti Team­chef Roger Grif­fiths sagte: „Ein sehr viel ver­spre­chen­der Tag hat leider für uns ein ent­täu­schen­des Ende gehabt. Unsere Autos haben an der Spitze des Feldes eine starke Leistung gezeigt und waren sehr kon­kur­renz­fähig. Unsere Renn-Pace war extrem gut, ein Dop­pel­sieg war mög­lich. Un­glück­li­cher­wei­se ist es an­ders ge­kom­men. Die Ent­täu­schung ist na­tür­lich groß.“

Da Costa ent­schul­dig­te sich beim Team, „Alex [Sims] hat heute einen groß­arti­gen Job ge­macht. Als er neben mir war, habe ich da­ge­gen­ge­hal­ten, und meine Vor­der­räder haben blockiert. Das war mein Feh­ler, unter dem leider Alex und ich gelitten haben. Ich hätte ihn zie­hen las­sen und mich mit Platz zwei zu­frie­den­ge­ben sol­len.”

Audi zeigte sich dagegen zufrieden, obschon es das Kunden­team Envision Virgin Racing war, das als erster mit der neuen Genera­tion von Formel-E-Renn­wagen ein Doppel­podium er­zielte. Die beiden Piloten des Teams Audi Sport Abt Schaeff­ler hatten zwar von den Start­posi­tio­nen 11 und 16 kom­mend nach wenigen Runden den An­schluss zur Spit­zen­gruppe gefunden, ließen dann aber nach. Lucas di Grassi been­dete das Rennen als siebter, Daniel Abt erhielt als Zehnter noch einen WM-Punkt. Audi-Motor­sport­chef Dieter Gass: „Unsere Werks­autos hatten mit Lucas und Daniel nach guten Starts am Ende etwas mehr zu kämpfen. Wir müssen ver­ste­hen, warum sie im Verlauf des Rennens lang­samer wurden.“

„Das war ein verrücktes Rennen“, sagte Lucas di Grassi. „Nach meiner Aufhol­jagd hat mir nicht viel zur Führung gefehlt, doch das Safety-Car hat unsere Strate­gie ziemlich kompro­mit­tiert. Platz sieben und die schnellste Renn­runde – wir sind auf jeden Fall wieder da.“

„Mein Start war richtig gut“, sagte Daniel Abt. „Auch danach fühlte sich alles gut an. Ich war schon Siebter und hatte Anschluss an die Führungs­gruppe. Doch nachdem ich den Attack Mode das erste Mal aktiviert hatte, ging plötzlich nicht mehr viel. Wir müssen analy­sieren, warum.“

Der Duisburger André Lotterer lieferte ein starkes Rennen, musste aber abschließend seinen Team­kollegen Vergne noch vorbei­ziehen lassen, die Techee­tahs beendeten das Rennen auf den Plätzen 5 und 6. Der Oberst­dorfer Maximilian Günther, der seit dieser Saison Stammfahrer des US-Teams Geox Dragon von Jay Penske ist, blieb mit Platz 12 außerhalb der Punkte.

Der dritte Lauf der Elektro­rennserie findet am 26. Januar in Santiago de Chile statt. (Quelle: BMW / Audi / FIA)

Bild: Das Rennen schien lange entschieden – die beiden BMW-i-Andretti-Piloten da Costa (vorne) und Sims konnten einen beruhi­genden Abstand auf die Ver­folger heraus­fahren (Quelle: BMW)

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