Erstes Mal „Werkstatt“ nach 54.000 Kilometern

Wohl die zweithäufigste Frage, die man als „Electronaut“ von Verbrenner-Besitzern gefragt wird ist: „Wie lange hält denn so eine Batterie?“

Nun, im Fall meines BMW i3: gut 53.000 Kilometer oder dreieinhalb Jahre oder 400 Blog Posts. Aber – Entwarnung – nur die 12-Volt-Batterie, die Hochvoltbatterie zeigt mir das Fahrzeug immer noch mit fünf von fünf Balken an.

Aber was war los? Das Fahrzeug „wachte nicht auf“ – warum reagierte es weder auf die Öffnen-Taste am Schlüssel noch das Signal aus der Smartphone App? Obwohl das Auto in der Garage stand mit angeschlossener 230-V-Stromversorgung und voll aufgeladen? Stromer-Koma?

Nach einem Anruf in der nahe gelegenen BMW-Vertretung – und Rufweiterleitung an die Zentrale – war tatsächlich nach kaum einer Viertelstunde das Service-Mobil da.

Die Ursache war schnell klar: Türschlösser et cetera brauchen die 12-Volt-Batterie als Stromversorgung für die Bordelektrik. Liefert diese keine Spannung, ist das Fahrzeug tot. Und die Aufladung durch die Hochvoltbatterie erfolgt auch nur während des Betriebs.
Somit war beim Stromer das gleiche nötig wie bei einem Verbrenner in so einem Fall: überbrücken.

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Wenn die 12-Volt-Batterie schlapp macht, heißt es auch beim E-Auto: Starthilfe geben! (Bild: dre)

Gesagt getan, auch wenn’s schwierig ist in der engen Garage. Zunächst die Tür manuell öffnen (Trick 17 notwendig …), dann die Frontklappe vom Innenraum aus. Den Übeltäter vorne rechts frei legen, Batteriepack verbinden und das Fahrzeug erwacht zum Leben. Nun lässt sich auch die Heckklappe mit der Fernbedienung öffnen, ausräumen, die Bodenplatte des Kofferraums anheben und den Motor freilegen. Erstaunlich, wie viel Platz hier noch ist – bei manchen i3s ist hier schließlich auch noch der Range Extender mit allem Drum und Dran untergebracht.

Von hier aus lässt sich das Fahrzeug vollständig aktivieren – die Hochvoltbatterie leistet unbeschadet ihre Dienste. Nur vorsorglich das Fahrzeug nicht mehr abschalten, also besser aus der Garage bewegen, den Beifahrergurt auf der Fahrerseite anschnallen um die Abschaltung auszutricksen, alles „bei laufendem Motor“ in den Ursprungszustand versetzen und in die Werkstatt fahren. Als Ursache für den Ausfall kommt entweder ein Batterieschaden in Betracht oder aber ein Kabeldefekt, beispielsweise durch einen Marder.

Denn ab und an steht das Fahrzeug über Nacht nicht in der Garage, sondern an anderem Standort in einem Carport – ausgerechnet während der Frostnächte vor Ostern. Dazu in ländlichem Raum, wo auch nicht auszuschließen ist, dass ein Marder am Auto Gefallen findet. Dann wäre das als Kaskoschaden ein Fall für die Versicherung.

Zwei Tage später nach gründlicher Prüfung aber Entwarnung: es war tatsächlich nur die 12-Volt-Batterie, alle Kabel sind intakt. Und die gute Nachricht zum Schluss: Als Dreijähriger bekam der i3 die Ersatzbatterie als Gewährleistungsfall ohne Berechnung spendiert.

Auf die nächsten 50.000 …!

(dre)

Link: `Rumstromern mit dem i3

Bild: Zwei i3s bei der 50-kW-Ladestation in der BMW Niederlassung Mannheim, Neckarauer Straße (Bild: dre)

 

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