CO2-Preis für Emissionen startet zum Jahreswechsel

Am 1. Januar 2021 startet in Deutschland das nationale Emissions­handelssystem (nEHS) für Brennstoffe. Das nEHS soll dazu beitragen, den CO2-Ausstoß in den Bereichen Wärme und Verkehr zu senken. Bis 2022 sind zunächst Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssiggas und Erdgas Teil des nEHS. In das System einbezogen werden nach und nach aber weitere Brennstoffe. „Deutschland muss bis 2050 treibhausgas­neutral werden. Das klappt nur, wenn alle Sektoren dazu beitragen. Der nationale Emissions­handel für Brennstoffe in den Sektoren Verkehr und Wärme ist ein wichtiger Schritt, denn so bekommen auch dort die CO2-Emissionen einen Preis“, sagt Dirk Messner, Präsident des Umwelt­bundesamtes (UBA). Die Deutsche Emissions­handelsstelle DEHSt im UBA ist wie für den EU-Emissions­handel, der bereits seit 2005 die Treibhausgas­emissionen von Kraftwerken, Industrie­anlagen und des inner­­europäischen Luft­verkehrs begrenzt, auch zuständig für die Umsetzung des nEHS.

Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger, die mit fossilen Brennstoffen zum Beispiel heizen oder Auto fahren, nehmen nicht direkt am nationalen Emissions­handel teil. Stattdessen sind diejenigen zur Teilnahme verpflichtet, die diese Brennstoffe in den steuer­rechtlichen Wirtschafts­verkehr bringen. Zu diesen rechtlich sogenannten Inverkehr­bringern zählen zum Beispiel Großhändler von Brennstoffen, Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralöl­wirtschaft, die energie­steuer­pflichtig sind. Für jede Tonne CO2, die durch die Verbrennung dieser Brennstoffe entstehen wird, muss ein Inverkehr­bringer ein entsprechendes Emissions­zertifikat erwerben und bei der DEHSt abgeben.

Der nationale Emissionshandel startet mit einem fixen Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2021. Das entspricht rund 7 Cent mehr pro Liter Benzin, 8 Cent mehr pro Liter Diesel, 8 Cent mehr pro Liter Heizöl und 0,6 Cent mehr pro Kilowatt­stunde Erdgas (jeweils inkl. MwSt.). Der Festpreis für die Zertifikate wird schritt­weise bis 2025 auf 55 Euro ansteigen. Ab 2026 wird der CO2-Preis durch Verstei­gerungen ermittelt, wobei für 2026 ein Preis­korridor von 55 bis 65 Euro vorgegeben ist.

„Die Inverkehr­bringer werden die Kosten für den Kauf der Zertifikate in der Regel an die Verbraucher­Innen weitergeben, fossile Brenn­stoffe werden teurer. Energiesparen bei Heizung und Warm­wasser, ein spar­sameres Auto oder der Umstieg auf Rad, Bus oder Bahn lohnen sich dann auch finanziell noch mehr“, so Dirk Messner. Die Einnahmen aus dem nEHS fließen in den staatlichen „Energie- und Klima­fonds“ (EKF), über den ein breites Spektrum an Maßnahmen für Klima­schutz, Energie­effizienz und Erneuerbarer Energien finanziert wird. Ein großer Teil der Einnahmen wird zur Reduzierung der EEG-Umlage eingesetzt. Damit dämpft das nEHS die Stromkosten für die VerbraucherInnen.

Jürgen Landgrebe, Leiter des Fachbereichs Klima­schutz, Energie, Deutsche Emissions­handels­stelle im Umwelt­bundesamt: „Ein CO2-Preis kann sehr wirkungsvoll dazu beitragen, Emissionen zu senken. Das sehen wir am Europä­ischen Emissions­handel. Im Jahr 2019 haben die deutschen Anlagen ihre Emissionen um rund 14 Prozent gemindert. Das liegt auch an den guten Preis­signalen, die wir der jüngsten Reform des europä­ischen Systems verdanken.“ (Quelle: UBA)

Link: Deutsche Emissionshandelsstelle, Umweltbundesamt, Dessau

Bild: CO2 en masse: Verbrenner-Lawinen vor Kohlekraftwerk (Quelle: dre)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s