Ausbau privater Ladesäulen nimmt Fahrt auf

Mit dem kürzlich vom Bundestag beschlossenen und am 5. März 2021 vom Bundesrat gebilligten Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) wurden wichtige Rahmenbedingungen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Wohn- und Nichtwohngebäuden festgelegt.

Beim Neubau und größeren Renovierungen müssen Wohn- und Nichtwohn­gebäude künftig mit einer bestimmten Anzahl von Elektro­installationsrohren (Leerrohren) zur Aufnahme der Energieversorgungs- und Datenleitungen ausgestattet werden, damit nachträglich der Einbau von Wallboxen erleichtert wird. Diese verpflichtende Ausstattung von Parkplätzen muss für Wohngebäude ab fünf Stellplätzen für jeden Stellplatz und für Nichtwohn­gebäude ab sechs Stellplätzen für jeden dritten Stellplatz erfolgen. Zusätzlich muss in Nichtwohngebäuden mindestens ein Anschluss für das Laden eines Elektro­fahrzeugs (Ladepunkt) errichtet werden.

Ein- und Zweifamilienhäuser, und damit rund 40 Prozent aller neu gebauten Wohnungen, sind von den Vorgaben demnach nicht betroffen, wenn sie über weniger als fünf Stellplätze verfügen. Da immer mehr Elektro­fahrzeuge genutzt werden und etwa 85 Prozent der Ladevorgänge im privaten Bereich stattfinden, empfiehlt die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung – die vorbereitende Ladeinfrastruktur auch bei Neubauten mit weniger Stellplätzen zu berücksichtigen. Wird ein Gebäude umfassend saniert, sollte die Lade­infra­struktur ebenso nicht unter den Tisch fallen. Nur so kann das volle Potenzial von privater Lade­infra­struktur ausgeschöpft und die finanzielle Belastung für den Ausbau begrenzt werden. Für eine spätere Nachrüstung fallen im Ein­familienhaus Kosten von etwa 2.000 Euro an. Hierbei sind ein zusätzlicher Zählerplatz, das Liefern und Verlegen des Instal­lations­rohres und des Kabels sowie die Bohrungen durch diverse Wände und Decken berück­sichtigt. Da je nach Einzelfall weitere Arbeiten erforderlich sind, können Zusatz­kosten anfallen. Erfolgen die vorbereitenden Maßnahmen hingegen bereits im Zusammen­hang mit der Neubau­maßnahme, können die auftretenden Kosten auf circa ein Viertel reduziert werden.

Was ist zu beachten bei der Errichtung von Lade­einrichtungen im privaten Umfeld? In der Broschüre „Elektromobilität – Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden“ finden Haus- und Grundstückseigentümer, Fachhandwerker sowie Bauplaner und Architekten alles Wichtige: von den technischen Anforderungen, dem normen­gerechten Anschluss von Elektro­installationen, über die Kommunikation bzw. die Steuerung von Ladeeinrichtungen bis hin zur eichrecht­konformen Abrechnung von Ladevorgängen. Hinweise auf das aktuelle Förder­programm des Bundes­ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und das neu verabschiedete GEIG sind enthalten. Speziell zur vorbereitenden Lade­infra­struktur in Bezug auf das neue Gesetz gibt es eine weitere Broschüre „Vorbereitende Maßnahmen in Wohngebäuden“.

Link: Printexemplare im HEA-Shop, HEA – Fachgemeinschaft für  effiziente Energie­anwendung e.V., Berlin

Bild: E-Mobilität geht nicht ohne Ladestationen (Quelle: ArGe Medien im ZVEH)

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