Zweimal Gold für Schwarz-Rot-Gold

Bei Rennen 5 und 6 der noch jungen Formel-E-Weltmeisterschaft machten die deutschen Hersteller die meisten Podiumsplätze unter sich aus. Am Samstag holte Nyck de Vries (Mercedes-EQ) den Rennsieg in einem der verrücktesten E-Prix’ in der Geschichte der Formel-E Weltmeisterschaft und fuhr mit Nico Mueller (Dragon/Penske) und seinem Mercedes-Teamkollegen Stoffel Vandoorne ins Ziel.

Das Energiemanagement spielt eine zentrale Rolle für das Rennen. Mit dem Regenrennen auf dem Circuit Ricardo Tormo, bei dem fünf Auftritte des Safety Car zu sehen waren, wurden die sorgfältig kalkulierten Strategien des Energiemanagements der Teams im Laufe der zusätzliche Runde aus dem Gleichgewicht gebracht.

De Vries hatte sich gefreut, hinter dem langjährigen Anführer Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) zu sitzen und Energie für einen späten Angriff zu sparen. Es stellte sich heraus, dass dieser Angriff nach der letzten Ablösung vom Safety Car in einen Sprint über ganze zwei Runden mündete. Allerdings hatten nur diejenigen, die auf Zeit geplant und ihre nutzbare Energie gespart hatten, genügend Reserven in ihren Zellen, um die verlängerte Renndistanz zu bewältigen.

Der Niederländer de Vries fuhr an da Costa vorbei, als der Portugiese und viele um ihn herum langsamer wurden, während das Rennen über die erwartete Zieldistanz hinaus weiterlief. Mueller und Vandoorne folgten – der Mann, der wegen eines administrativen Regelverstoßes von der Pole Position auf den letzten Startplatz verbannt war, und einiges Geschick in die Hände nehmen musste, um den letzten Schritt auf das Podium zu machen.

Unter den zahllosen Fahrzeugen, denen in der letzten Runde der Strom ausging waren auch die beiden Jaguars, die damit die Führung in der Teamwertung an Mercedes abgeben mussten.

Am Sonntag war die Strecke anfangs noch feucht, und somit konnte die letzte Qualifier-Gruppe – also die letzten im WM-Tableau – die besten Zeiten erzielen. So konnte der bislang vom Pech verfolgte Neuling Jake Dennis im BMW die Pole Position ergattern.

Zum Rennstart war die Strecke komplett abgetrocknet, und Dennis ging mit einem guten Start in Führung. Dank sehr guten Energiemanagements und cleveren Einsatzes der Attack Modes konnte er Platz eins durchgehend behaupten und zum umjubelten Sieg fahren. Insgesamt wurden Dennis und das Team mit 29 Punkten in der Gesamtwertung belohnt.

Teamkollege Maximilian Günther hatte im Qualifying Pech. In seiner schnellen Runde überschritt er die zuvor von der Rennleitung festgelegten Track Limits. Daraufhin wurde seine Rundenzeit gestrichen und er musste vom Ende des Feldes starten. Von dort zeigte er zwar eine starke Aufholjagd bis auf Position zwölf, blieb jedoch ohne Punkte.

Ebenfalls blieb Audi wieder glücklos: Der dreimalige DTM-Champion René Rast zeigte von Startplatz 14 eine eindrucksvolle Aufholjagd, die ihn bis auf den dritten Platz nach vorn brachte. „Das Podium wäre heute definitiv drin gewesen“, sagte der Deutsche nach dem spannenden Rennen. „Doch dann hat André Lotterer direkt vor mir einen Werbebanner aufgewirbelt, der an meinem Auto hängenblieb. Ab diesem Moment ging nichts mehr. Das war extrem ärgerlich.“

Rast verlor in der Schlussphase drei Positionen, sammelte als Sechster aber wichtige WM-Punkte. Der Deutsche verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang sechs und hat vor dem nächsten Lauf nur 18 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze.

Lucas di Grassi musste sich nach einem Fehler im Qualifying mit Startplatz 22 begnügen. Der Brasilianer machte im Rennen zwölf Positionen gut, überquerte die Ziellinie als Zehnter und unterstrich damit ebenfalls die Leistungsfähigkeit des e-tron FE07.

Mit dem Porsche 99X Electric belegte André Lotterer den zweiten Platz und holte damit seine ersten Punkte. Sein Teamkollege Pascal Wehrlein kam auf Platz 18 ins Ziel. Für Porsche war es nach Rom vor zwei Wochen bereits die zweite Podiumsplatzierung des Jahres in der mit zwölf Teams stark besetzten ersten Elektro-Rennserie der Welt. Das Team belegt nach sechs Rennen aktuell den sechsten Platz in der Teamwertung.

Nach seiner zweitschnellsten Zeit im Super-Pole-Qualifying wäre André Lotterer eigentlich aus der ersten Reihe gestartet. Doch wegen der Kollision, die er im Rennen am Samstag verursacht hatte, wurde er in der Startaufstellung um drei Plätze zurückversetzt. In der hektischen Startphase ging er nach seinen Erfahrungen vom Vortag kein Risiko ein und verlor dadurch im Pulk zwei Positionen. Danach kämpfte er sich jedoch konstant nach vorne in Richtung Podiumsplatzierung. Im letzten Renndrittel setzte er sich mit Hilfe des Attack Mode an die dritte Position, die er gegen seine Verfolger souverän bis ins Ziel verteidigte. Da der Zweitplatzierte Norman Nato (Venturi) wegen einer von ihm in der Anfangsphase verursachten Kollision nachträglich eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe erhielt, rückte der Porsche-Pilot auf den zweiten Platz vor.

Das siebte Saisonrennen der ABB FIA Formula E World Championship findet am 8. Mai in Monaco statt. (Quellen: Audi / Daimler / FIA / Porsche)

Weitere Beiträge: Auf und ab in Rom

Links: Formel-E, ran, Seven.One Sports GmbH, Unterföhring • FIA Formel-E, Formula E Holdings Ltd., Hongkong / London

Bild: Sonntagsfahrt – Jake Dennis (BMW) erringt Start-Ziel-Sieg, hier vor Alex Lynn (Mahindra) und Oliver Turvey (Nio; Quelle: BMW)

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